20 Jubelpaare feierten ihr Ehejubiläum


Die Pfarrei und der Pfarrgemeinderat Parkstetten haben am vergangenen Samstag wieder alle Ehepaare eingeladen, die dieses Jahr ein rundes Hochzeitsjubiläum gefeiert haben. 20 Paare folgten erfreulicherweise dieser Einladung und feierten bei einem feierlichen Gottesdienst ihr langjähriges Zusammensein.

Schon vor der Liturgiefeier hieß PGR-Sprecher Wals Johann alle Jubelpaare ganz herzlich willkommen. Dabei brachte er zum Ausdruck: „Egal, ob 10 oder 60 Jahre verheiratet, jedes dieser Jubiläen ist und hat was Besonderes an sich und sollte deshalb auch gebührend gefeiert werden. Das Ehejubiläum sei aber nicht nur ihre ganz persönliche Feier, es ist auch die Feier der gesamten Pfarrgemeinde. Dabei könne man die Gelegenheit nutzen, sich wieder neu zu besinnen und Gott, sowie dem Ehepartner – Dank – zu sagen, fügte Wals noch an.
Viele konnten dieses Jahr dabei ihre silberne, goldene, oder sogar die diamantene Hochzeit feiern, und somit auf 25, 50, 60 Ehejahre zurückblicken. Der PGR-Sprecher zeigte sich sehr erfreut darüber, dass doch 20 Ehepaare der Einladung gefolgt waren, und drückte zugleich sein Bedauern darüber aus, dass die Feier auch dieses Jahr in eine ganz „besondere Zeit“ falle, dass eben wegen dieser Corona-Pandemie der schon traditionelle Sektempfang und das gemütliche Beisammensein bei Kaffee und Kuchen im Pfarrheim so wieder nicht möglich war. Doch trotz dieser harten Einschränkungen wollte die Pfarrei das Ehejubiläum mit den Jubilaren unbedingt gemeinsam wieder begehen, um ihnen die Möglichkeit zu geben, Gott und dem Lebenspartner für die gemeinsamen Jahre zu danken. Am Anfang seiner ganz persönlichen Gedanken wünschte er zuerst allen anwesenden Paaren viele schöne Momente des gemeinsamen Glückes, denn

„Ehejubiläen sind wie Perlen im Lebenslauf!“

Ja gewiss, Ehejubiläen sind ein Anlass, so begann Wals, Gott und seinem Partner für das bisherige gemeinsame Leben zu danken, sowie Gott auch weiterhin um seine Gnade für die Zukunft zu bitten. Der Wert der gemeinsamen Jahre besteht jedoch darin, dass sie alles zusammen erlebt bzw. durchlebt und getragen haben. So wie es schon im Sprichwort heißt: „Geteilte Freude ist doppelte Freude, geteiltes Leid ist halbes Leid!“ Und, wo es dabei noch gelinge, menschliche Verbindungen zu leben, ja zu sagen zum anderen und die Liebe zu erhalten, da sei ein deutliches Lichtzeichen im kirchlichen Leben zu spüren, sagte der PGR-Sprecher. Leonhard Bernstein, der berühmte Geiger, habe einmal gesagt, dass die zweite Geige das unbeliebteste Instrument in einem Orchester sei. Aber ohne zweite Geige gebe es keine Harmonie. Dies gelte auch in einer Partnerschaft. Jeder müsse abwechselnd einmal auch die zweite Geige spielen, damit Harmonie im Zusammenleben bleibe. Dies gelinge am besten, wenn Vertrauen herrsche, bewusst auf den anderen hingehört und Konflikte ausgetragen würden, denn in einer Partnerschaft gehe es um das Wohl aller, nicht um nur dass eines Einzelnen, fügte Wals noch an. Eine „Botschaft“ wollte er den Jubelpaaren noch mitgeben: „Wesentliche Dinge aufs Neue zu besinnen, gehöre einfach zum Leben. Den anderen als Person anerkennen, heiße: nicht über ihn verfügen wollen, ihn nicht zu benutzen und nicht kontrollieren. Sich auf eine Beziehung mit einem anderen als Person einzulassen, heiße somit: ein „Wagnis unberechenbaren Vertrauens“ einzugehen. „Das habt ihr alle gemacht und verdient deshalb unser aller Hochachtung, meinte Wals, und deshalb könnt ihr auf euch stolz sein, dass ihr so lange zusammengehalten habt.“ In jeder Ehe gibt es Höhen und Tiefen, aber wenn man trotzdem bei einander bleibe, und dazu in Liebe und Treue verbunden sei, wisse man sicher: „Mein Partner hält zu mir, und ich kann mich auf ihn verlassen!“ Mit diesen Worten beendete der PGR-Sprecher Wals Johann seine ganz persönlichen Gedanken.

Die folgende Liturgiefeier stand dann ganz im Zeichen der Ehejubilare. Pfarrer Meier begann seine ansprechende, sowie auch sehr nachdenkliche Predigt mit den Worten: „Wer ist dieser Johannes?“ und ging danach näher auf das Leben und Wirken dieses „Johannes“ ein. Unter anderen bezeichnete er „Johannes“ als Freund des Bräutigams, und der Bräutigam ist Jesus und die Braut steht dabei für die Kirche. Diese „Kirche“ steht für den Ehebund, erklärte er den Ehejubilaren. Dabei stellte Pfarrer Meier den Vergleich an, dass die Braut und der Bräutigam genauso wie „Johannes der Täufer“ und die „Kirche“ fest zusammengehören. Denn die Liebe ist und bleibt Ausdruck der Hingabe und Bereitschaft und somit bleibt die Ehe eine Herzensangelegenheit, so Pfarrer Meier. Zum Abschluss seiner Predigt trug er allen noch eine kleine Geschichte vom „schönsten Herzen“ vor. Darin trafen sich ein junger und ein alter Mann. Der junge Mann sagte, dass er das schönste Herz habe. Der alte Mann antwortete ihm, dass er das schönste Herz hat. Dein Herz sieht zwar perfekt aus, aber ich würde niemals mit dir tauschen. Denn mein Herz kann sehr viel Liebe geben, denn „Liebe geben“ heißt auch mal, ein Risiko eingehen und dann erinnere ich mich an die Liebe, die ich für alle Menschen empfinde. Ich hoffe, dass sie eines Tages diese Liebe zurückgeben und somit den Platz in meinen Herzen wieder ausfüllen. Erkennst du jetzt die wahre Schönheit? sprach der alte Mann. Daraufhin sah der junge Mann sein Herz nicht mehr als perfekt an, aber schöner als je zuvor, denn er spürte die Liebe des alten Mannes in sein Herz fließen. Daraufhin umarmten sie sich herzlich und gingen Seite an Seite miteinander weg.Diesen tiefgründigen Sinn der Geschichte gab Pfarrer Meier dann nicht nur den Ehejubilaren zum Abschluss seiner Ansprache als Botschaft mit nach Hause.

Nach der Predigt dankten die Jubelpaare Gott in einem kurzen Gebet zur Erneuerung des Eheversprechens und Pfarrer Meier sprach danach ein Segensgebet für alle in der Kirche versammelten Ehepaare.

Der Dankgottesdienst wurde von Fr. Steffi Lorenz an der Orgel mit Gesang musikalisch umrahmt und somit feierlich gefeiert. Am Ende des Gottesdienstes lud dann Pfarrer Meier jedes Jubelpaar einzeln ein, nach vorne zu kommen und für alle Jubilare war es ein ergreifender Moment, als sie das Eheversprechen erneuern konnten. Mit einem angedeuteten Handauf-legen segnete er somit jedes Paar und wünschte ihnen für ihre weitere gemeinsame Zeit, - Gottes Segen - !

Nach jedem Einzelsegen nahmen dann die Jubilare vom Pfarrgemeinderat eine kleine Geschenktasche der Pfarrei, die mit je 2 Pikkolos, einem Segensspruch, einem Holzherzen befüllt war, und einer Rose, die alle einzeln bereitgelegt waren, als Geschenk zur Erinnerung an dieses Jubiläum in Empfang.
 

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