Gedenktag des Begründers der Leprosenseelsorge


Am 26. November begeht die Pfarrei St. Peter und Paul in Oberalteich den Gedenktag ihres Pater Albert, der seit seinem Tod vor 709 Jahren, im Jahr 1311 in Oberalteich als Seliger verehrt wird. Früher war Albert aber weit über Oberalteich hinaus bekannt.

Sogar aus Scheyern sind Wallfahrten zum Grab des Albert überliefert.

Ein weiteres Indiz für die Bedeutung Alberts ist, dass er auch Eingang in verschiedene Heiligenlexika gefunden hat, beispielsweise in das Ökumenische Heiligenlexikon www.heiligenlexikon.de als Adalbert von Oberalteich.

Geboren wurde Albert im Jahr 1238 oder 1239 im schwäbischen Haigerloch. Er stammte aus einer ritterlichen Familie, aus der Dienstmannschaft eines Grafen. Als junger Mann führte er ein ausschweifendes Leben, bis er im Jahr 1261 in das Kloster Oberalteich eintrat. Hier muss er ein vorbildlicher Mönch gewesen sein, der sich durch ständiges Fasten und Beten auszeichnete. Albert betreute die Klosterbibliothek, war Begründer der bedeutenden Oberalteicher Schreibstube und wurde zum Prior des Klosters berufen. Ganz besonders kümmerte er sich aber um die kranken Leute. So begründete er die Leprosenseelsorge im Donaugau und regte den Bau eines Siechenhauses an. Aus diesem Siechenhaus könnte die heutige Pfarrkirche in Bogen hervorgegangen sein.

Bereits aus der Zeit, als Albert noch lebte, sind Wunderbeschreibungen überliefert. So soll er beispielsweise die Laienschwester Adelheid, die unter den Erscheinungen des Teufels litt, durch Handauflegen von ihren Leiden erlöst oder Kranke durch Handauflegen geheilt haben. Am 26. November 1311 starb Albert und bereits zwischen 1311 und 1346 entwickelte sich an der Grabstätte des Albertus, die sich in der Oberalteicher Klosterkirche befand, ein Kult. „Man sah den Verstorbenen als Heiligen, an seinem Grab beteten die Pilger zu seinem himmlischen Dasein, das Grab war die Quelle für das segensreiche Wirken des Albertus. Der Wunder wirkende Gnadenort zog Menschen beiderlei Geschlechts, aller Stände (Bauern, Mönche, Adelige) und aus Nah (Straubing, Au/Hunderdorf, Aiterhofen, Moosdorf, Loham, Piebing) und Fern (Scheyern) an. Es entstand eine Wallfahrt, die auch nach der Verlegung des Grabmales an eine andere Stelle bestehen blieb.“ Das schreibt der ehemalige Kreisheimatpfleger Hans Neueder in einem Aufsatz.

Das Grab als Quelle für das segensreiche Wirken: Überliefert ist beispielsweise, dass der Staub, der vor dem Grab lag, aufgesammelt wurde. Zwei stummen Frauen in den Mund gegeben, konnten sie anschließend wieder reden. An anderer Stelle wird berichtet, dass ein geschwollener Arm und ein verletzter Fuß durch Berührung mit dem Staub um das Grab wieder gesund wurden. Eine Frau aus Moosdorf, Laprima, wallfahrtete mit Kopfweh und einem kranken Fuß nach Oberalteich. Sie opferte eine Kerze, bete und wurde gesund. Überliefert ist auch, dass eine Epileptikerin aus Straubing an neun Tagen hintereinander fastend nach Oberalteich kam. Auch sie wurde gesund.

Der zwölfjährige Sohn des Freiherrn Ulrich Leiblfinger aus Au bei Hunderdorf blutete aus den Ohren. Die Mutter brachte ihn zum Grab des Albertus und der Blutfluss hörte auf. Dietrich von Haibach konnte weder sitzen noch liegen oder stehen und musste sich deshalb auf einer Trage zum Grabmal des Albertus bringen lassen. Nach entsprechenden Bitten erlangte er seine Gesundheit wieder.

Diese Wunderbeschreibungen sind in den Albertustafeln enthalten, die Abt Veit Höser im Jahr 1630 hat in Auftrag gab. Dabei handelt es sich um 14 Ölgemälde, die der Bogener Meister Pangraz anfertigte. Sieben Tafeln beschreiben das Leben Alberts, und sieben weitere die Wundertaten, die nach seinem Tod erfolgten. Nachdem diese Bilder stark restaurierungsbedürftig sind, werden sie nun nach und nach hergerichtet. Neben diesen Gemälden ist auch die Deckplatte des Hochgrabs ein herausragendes Zeugnis für die Bedeutung Alberts. Sie besteht aus Rotmarmor und wurde bereits im Jahr 1394 geschaffen. Vor dem Hochgrab, übrigens dem einzigen, das heute noch mit den sterblichen Überresten eines Benediktinermönchs existiert, befindet sich in der Pfarrkirche momentan, kunstvoll gefasst, das Haupt von Pater Albert.

Gerade in der Zeit der Corona-Pandemie kommt diesem wundertätigen Mönch, der sich besonders für die Kranken einsetzte, eine besondere Bedeutung zu. Viele Menschen in der Pfarrei bitten um seine Fürsprache. Seit seinem Tod wird er in Oberalteich und darüber hinaus als Seliger verehrt. Leider fehlt ihm aber die kanonische Anerkennung. Daher gilt es, Albert von Oberalteich wieder stärker bekannt zu machen, seine Verehrung zu fördern und letztlich seine kanonische Anerkennung zu erlangen.

Das Bild zeigt das kunstvoll gefasste Haupt des Albertus vor seinem Hochgrab in der Pfarrkirche St. Peter und Paul.

Beitrittserklärung Freundeskreis „Albert von Oberalteich“  (95 kB)
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